Urlaubsfeeling
Freunde der Nacht,
ich denke ungefähr 100 mal am Tag: "Mensch, das muss ich unbedingt in den Blog schreiben" aber die Tage sind dann so schnell vorbei, dass sich alles ein bisschen aufstaut. Ich habe mir sogar schon Notizen gemacht, damit ich nichts vergesse!
Die letzte Woche verging wie im Fluge, absolutes Urlaubsfeeling. Das Wetter ist herrlich, sehr heiß, aber noch eine sehr gute Luftqualität. Man sieht blauen Himmel und die Sonne scheint uns auf den Pelz. Die Chinesinnen wickeln sich in etliche Lagen Stoff, tragen Sonnenbrillen und natürlich Sonnenschirme mit sich herum. Sie wechseln sogar die Straßenseite aus Angst vor der Sonne. Weiß sein ist das absolute Schönheitsideal. In einer Drogerie haben wir schon Gesichtsmasken mit Extra-Weiß-Bleich-Effekt. Wir freuen uns trotzdem über unsere immer bräuner werdenden Beine!
Trotz dem Unverständnis gegenüber unserer Liebe zur Sonne fühlen wir uns wie die Supermodels :D Auf der Straße oder in der U-Bahn sehen wir den meisten Chinesen zumindest in die Augen wenn nicht sogar auf den Scheitel. Die Bäume in unserer Straße sind so geschnitten, dass wir gerade so darunter durchgehen können und wenn ich mich in meinem Bett ausstrecke, hängen meine Zehen raus...von wegen Zwerg!
Vor allem an touristischen Plätzen wie der verbotenen Stadt oder auf dem Olympiagelände werden wir auch ständig angehalten Fotos zu machen. Teilweise fühle ich mich wie der Papst, wenn uns die Kinder gebracht werden um sich zu uns zu stellen. Oder wie ein kurioses Tier. So nach dem Motto "Stell dich dahin, die beissen nicht!". Wir fragen uns, in wievielen Familienalben wir wohl auftauchen werden!!!
Wie ihr erahnen könnt, haben wir neben unseren Partynächten auch mit dem obligatorischen Sightseeing angefangen.
Die Verbotene Stadt
Bei strahlendem Sonnenschein sind wir zur Verbotenen Stadt gefahren. Wir und hunderte von anderen Chinesen. Allein ist man hier niemals. Allerdings war es auch nicht so überfüllt wie wir es uns vorgestellt hatten. Nachdem wir durch die großen Tore ins Innere gegangen sind, fühlten wir uns wie Alice im Wunderland, die in den Kaninchenbau fällt. Trotz der Massen an Touristen strahlt diese Stadt, dieses Monument solch eine Schönheit und Stärke aus, dass einem urplötzlich ganz klar zu sein scheint, warum genau dieser Ort im alten China als Zentrum der Welt und des Universums gesehen wurde. Jeder einzelne Stein hat eine Bedeutung. Jeder ist mit einer symbolischen Zahl, Farbe oder Form gestaltet. Bewacht von riesigen Bronzelöwen und umgeben von Mauern, Gräben und Pfeiltürmen liegt eine andere Welt, eine andere Zeit. Da wir nur zu zweit dort waren, konnten wir ohne Hast durch die Gassen, Gärten und Tempel wandern. Oft haben wir uns dann einfach auf eine Ecke gesetzt, nicht gesprochen sondern nur die alten Mauern, Tore und Lauben auf uns wirken lassen. Uns vorgestellt welche Intrigen, Politik und welche Macht hier einmal zu Hause war. Der herrliche Tag hat sein Übriges dazu getan. Die Dächer, allesamt mit gelben Ziegeln gedeckt (die Farbe Gelb war dem Kaiser vorbehalten) strahlten wie Gold in der Sonne.
Unglaublich, wie all das mit einfachen aber doch cleveren Mitteln gebaut wurde. Einer der größten Steine, der eine Rampe in den 2. Stock bildet wurde aus Südchina hertransportiert. Ohne Rad, aber klug wie sie waren, haben sie das im Winter gemacht, alle 30 Meter ein tiefes Loch bis zum Grundwasser gebohrt, bis Wasser an die Oberfläche lief, welches dann vereiste und man den Stein wie einen Schlitten darüber ziehen konnte.
Danach stiegen wir noch auf den Kohlehügel. Einst wurde hier die Kohle für die kaiserliche Heizung gelagert, später wurde er zu einem kaiserlichen Lustgarten mit Tempeln und Blumenarrangements. Ganz ganz oben liegt einem dann schließlich Peking zu Füßen. Man steht im Zentrum, um einen herum die Verbotene Stadt, weiter hinten die Skyline der modernsten Wolkenkratzern und ganz im Hintergrund die Berge. Alles glitzert, alles bewegt sich und trotzdem ist es ganz still. Uns blieb wirklich die Spucke weg. Aber uns wurde beiden so bewusst, das ist UNSERE Stadt und herzukommen war genau die richtige Entscheidung.
Nach einer Woche können wir Peking noch nicht völlig erfassen, aber unser Herz haben wir hier schon verloren. Sollte ich Peking in einem Wort beschreiben, wäre dieses "ALLES". Geschichte und Moderne, Tradition und Innovation, Immer von Menschen umgeben und doch allein wenn man das Bedürfnis hat, Schnelligkeit und Gelassenheit, Lärm und Ruhe, ein Überangebot an Produkten, aber keine Deodorants, einfache Menschen, reiche Menschen, sehr reiche Menschen, schwarze, weiße, gelbe, Spagetthi Carbonara und frittierte Hühnerfüße, Rischckas und Porsche, Interesse und Gleichgültigkeit, der Welt zu und abgewandt und und und...
Wir sind überwältigt und fühlen uns aber nicht fremd. Hier hat jeder einen Platz, hier ist jeder anders und wir haben unseren gefunden!
Jetzt müssen wir aber Wäsche waschen...selbst ein papstgleiches Model hat menschliche Bedürfnisse :D Allerliebste Grüße, wir denken trotzdem oft an zu Hause und wünschten uns, all das mit euch teilen zu können. <3
ich denke ungefähr 100 mal am Tag: "Mensch, das muss ich unbedingt in den Blog schreiben" aber die Tage sind dann so schnell vorbei, dass sich alles ein bisschen aufstaut. Ich habe mir sogar schon Notizen gemacht, damit ich nichts vergesse!
Die letzte Woche verging wie im Fluge, absolutes Urlaubsfeeling. Das Wetter ist herrlich, sehr heiß, aber noch eine sehr gute Luftqualität. Man sieht blauen Himmel und die Sonne scheint uns auf den Pelz. Die Chinesinnen wickeln sich in etliche Lagen Stoff, tragen Sonnenbrillen und natürlich Sonnenschirme mit sich herum. Sie wechseln sogar die Straßenseite aus Angst vor der Sonne. Weiß sein ist das absolute Schönheitsideal. In einer Drogerie haben wir schon Gesichtsmasken mit Extra-Weiß-Bleich-Effekt. Wir freuen uns trotzdem über unsere immer bräuner werdenden Beine!
Trotz dem Unverständnis gegenüber unserer Liebe zur Sonne fühlen wir uns wie die Supermodels :D Auf der Straße oder in der U-Bahn sehen wir den meisten Chinesen zumindest in die Augen wenn nicht sogar auf den Scheitel. Die Bäume in unserer Straße sind so geschnitten, dass wir gerade so darunter durchgehen können und wenn ich mich in meinem Bett ausstrecke, hängen meine Zehen raus...von wegen Zwerg!
Vor allem an touristischen Plätzen wie der verbotenen Stadt oder auf dem Olympiagelände werden wir auch ständig angehalten Fotos zu machen. Teilweise fühle ich mich wie der Papst, wenn uns die Kinder gebracht werden um sich zu uns zu stellen. Oder wie ein kurioses Tier. So nach dem Motto "Stell dich dahin, die beissen nicht!". Wir fragen uns, in wievielen Familienalben wir wohl auftauchen werden!!!
Wie ihr erahnen könnt, haben wir neben unseren Partynächten auch mit dem obligatorischen Sightseeing angefangen.
Die Verbotene Stadt
Bei strahlendem Sonnenschein sind wir zur Verbotenen Stadt gefahren. Wir und hunderte von anderen Chinesen. Allein ist man hier niemals. Allerdings war es auch nicht so überfüllt wie wir es uns vorgestellt hatten. Nachdem wir durch die großen Tore ins Innere gegangen sind, fühlten wir uns wie Alice im Wunderland, die in den Kaninchenbau fällt. Trotz der Massen an Touristen strahlt diese Stadt, dieses Monument solch eine Schönheit und Stärke aus, dass einem urplötzlich ganz klar zu sein scheint, warum genau dieser Ort im alten China als Zentrum der Welt und des Universums gesehen wurde. Jeder einzelne Stein hat eine Bedeutung. Jeder ist mit einer symbolischen Zahl, Farbe oder Form gestaltet. Bewacht von riesigen Bronzelöwen und umgeben von Mauern, Gräben und Pfeiltürmen liegt eine andere Welt, eine andere Zeit. Da wir nur zu zweit dort waren, konnten wir ohne Hast durch die Gassen, Gärten und Tempel wandern. Oft haben wir uns dann einfach auf eine Ecke gesetzt, nicht gesprochen sondern nur die alten Mauern, Tore und Lauben auf uns wirken lassen. Uns vorgestellt welche Intrigen, Politik und welche Macht hier einmal zu Hause war. Der herrliche Tag hat sein Übriges dazu getan. Die Dächer, allesamt mit gelben Ziegeln gedeckt (die Farbe Gelb war dem Kaiser vorbehalten) strahlten wie Gold in der Sonne.
Unglaublich, wie all das mit einfachen aber doch cleveren Mitteln gebaut wurde. Einer der größten Steine, der eine Rampe in den 2. Stock bildet wurde aus Südchina hertransportiert. Ohne Rad, aber klug wie sie waren, haben sie das im Winter gemacht, alle 30 Meter ein tiefes Loch bis zum Grundwasser gebohrt, bis Wasser an die Oberfläche lief, welches dann vereiste und man den Stein wie einen Schlitten darüber ziehen konnte.
Danach stiegen wir noch auf den Kohlehügel. Einst wurde hier die Kohle für die kaiserliche Heizung gelagert, später wurde er zu einem kaiserlichen Lustgarten mit Tempeln und Blumenarrangements. Ganz ganz oben liegt einem dann schließlich Peking zu Füßen. Man steht im Zentrum, um einen herum die Verbotene Stadt, weiter hinten die Skyline der modernsten Wolkenkratzern und ganz im Hintergrund die Berge. Alles glitzert, alles bewegt sich und trotzdem ist es ganz still. Uns blieb wirklich die Spucke weg. Aber uns wurde beiden so bewusst, das ist UNSERE Stadt und herzukommen war genau die richtige Entscheidung.
Nach einer Woche können wir Peking noch nicht völlig erfassen, aber unser Herz haben wir hier schon verloren. Sollte ich Peking in einem Wort beschreiben, wäre dieses "ALLES". Geschichte und Moderne, Tradition und Innovation, Immer von Menschen umgeben und doch allein wenn man das Bedürfnis hat, Schnelligkeit und Gelassenheit, Lärm und Ruhe, ein Überangebot an Produkten, aber keine Deodorants, einfache Menschen, reiche Menschen, sehr reiche Menschen, schwarze, weiße, gelbe, Spagetthi Carbonara und frittierte Hühnerfüße, Rischckas und Porsche, Interesse und Gleichgültigkeit, der Welt zu und abgewandt und und und...
Wir sind überwältigt und fühlen uns aber nicht fremd. Hier hat jeder einen Platz, hier ist jeder anders und wir haben unseren gefunden!
Jetzt müssen wir aber Wäsche waschen...selbst ein papstgleiches Model hat menschliche Bedürfnisse :D Allerliebste Grüße, wir denken trotzdem oft an zu Hause und wünschten uns, all das mit euch teilen zu können. <3
Jenny0712 - 1. Sep, 11:49
